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Vytautas der Berg

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In Birštonas sollten Sie unbedingt die Wallburg Birštonas (auch als Vytautas-Berg bekannt) hinaufsteigen. Nachdem Sie alle Treppenstufen zu dem 40 Meter hohen Hügel hinauf gemeistert haben, erholen Sie sich beim Blick auf das wunderschöne Panorama der Stadt Birštonas und die Memelschleife. Das Erklimmen der Wallburg Birštonas ist für jeden Gast in Birštonas zum obligatorischen Ritual geworden, unabhängig von der Jahreszeit. Dieser Platz ist bei Malern und Selfie-Fans sehr beliebt. 

Der Vytautas-Berg ist eine der berühmtesten und am höchsten gelegenen Wallburgen Litauens. Hier stand ehemals eine Burg, die das Fürstentum Trakai vor dem Ansturm der Kreuzritter schützte. In den Chroniken wird diese Burg erstmals im Jahr 1382 erwähnt. Archäologische Funde im unteren Teil der Wallburg deuten allerdings auf eine viel ältere Geschichte der Burg hin, nämlich dass bereits seit dem ersten Jahrtausend bis zum 15. Jahrhundert vor Christus eine Siedlung stand. Um die Burg herum erstreckten sich tiefe und quellenreiche Wassergräben, ein Sumpf, ein Wall und die befestigten Burgumgebungen. Auf diese Weise konnten alle Angriffe auf die Burg abgewehrt werden. Der Sage nach war eine Armee zur Verteidigung des Fürsten in dem Berg versteckt.

Im Jahr 1401 kam ein Jagdgebiet des Großfürsten Litauens Vytautas zur Wallburg hinzu und wurde so für viele Adlige Litauens und anderer Länder ein attraktives Reiseziel. In dem umliegenden Wald Žvėrinčius (dieser Name bedeutet “Wald voller Tiere“) lebten keine Tiere, so dass die Tataren, die in Trakai lebten, die Tiere aus benachbarten Wäldern dorthin treiben mussten. Im Jahr 1473 haben sich hier der Großfürst Litauens und der König von Polen Kazimieras Jogailaitis vor der Pest versteckt. Nach der Schlacht bei Tannenberg, die für die Kreuzritter in einer Niederlage endete, verlor auch die Burg als Verteidigungspunkt an Bedeutung und ging bis zum 17. Jahrhundert zugrunde.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist Birštonas als Kurort anerkannt und so wurde der Vytautas-Berg ein Platz für romantische Spaziergänge. Der Berg ist neben den heroischen auch mit dramatischen Sagen umwoben: So wird erzählt, dass zwischen den beiden Weltkriegen ein Priester seine Verlobte erhängt haben soll. Der Film “Neun Sündenräder” aus dem Jahr 1984 hat sich dieser Geschichten angenommen.

Am bequemsten ist Birštonas mit dem Auto (Parkplatz in der B. Sruogos-Straße) oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der Hügel kann nur über einen Treppenweg erklommen werden.

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