Um zu diskutieren und den anderen zu verstehen, müssen Sie lernen: Was sind die wesentlichen Elemente eines kulturellen Gesprächs?

2022/08/18 Kultur

Ein einfaches Alltagsgespräch kann sehr schnell zu einem unangenehmen Streit werden, wenn wir nur selbst darüber nachdenken, was wir sagen wollen, aber nicht auf die geäußerte Meinung des Gesprächspartners achten.

Ein unpassendes Wort oder eine unangenehme Art zu sprechen kann ebenfalls einen Streit provozieren, daher ist es hilfreich zu wissen, wie man spricht, um das Gespräch für beide Seiten angenehm zu gestalten. Eine Diskussion ist für alle Teilnehmer eine Gelegenheit, den eigenen Blickwinkel zu erweitern und intellektuell zu wachsen – davon ist Ieva Kulikauskienė, Associate Consultant bei OVC Consulting, die die Feinheiten des öffentlichen Redens und Audience Management lehrt, überzeugt. Sie erklärt, wie sich ein normales Gespräch von einer Debatte unterscheidet, spricht über Streitkultur und gibt Tipps für ein kultiviertes Gespräch.

Es ist wichtig, dem anderen zuzuhören und bei der Meinungsäußerung zu argumentieren

Laut der assoziierten Beraterin Ieva Kulikauskienė ist die Diskussion eine der Formen der Kommunikation, aber sie unterscheidet sich von einer normalen Konversation dadurch, dass wir beim Austausch von Meinungen diese rechtfertigen müssen.

„Im Allgemeinen können wir es einfach ein Gespräch zwischen Menschen nennen, ein alltägliches Naturphänomen. Allgemeiner betrachtet ist die Diskussion jedoch sehr wichtig, denn durch qualitativ hochwertige Diskussionen können wir die Welt mit den Augen anderer Menschen sehen, neue Fakten erfahren, Lösungen finden und sicherstellen, dass im Leben Fortschritte stattfinden. Eine Diskussion ist eine Gelegenheit, Meinungen auszutauschen, aber sie müssen auf Fakten beruhen und klar sein – das unterscheidet eine Diskussion von einem normalen Gespräch, in dem wir über alles sprechen können, ohne irgendwelche Argumente vorzubringen. Man muss debattieren können“, ist I. Kulikauskienė überzeugt.

Der Spezialist stellt fest, dass das Wichtigste in der Diskussion der gegenseitige Respekt ist. „Das ist das wichtigste Merkmal der Debatte. Beim Sprechen ist es wichtig, seine Gedanken konstruktiv zu lehren und den Worten des anderen zuzuhören, egal wie vehement Sie Ihre Meinung verteidigen wollen, wie stark wir von unserer Wahrheit überzeugt sind – schließlich können wir sie immer verantwortungsbewusst mitteilen Würde und ohne zu versuchen, den Gesprächspartner zu ändern. Der Versuch, das Denken einer Person in kurzer Zeit zu ändern, das sich über ein Dutzend oder mehrere Jahrzehnte gebildet hat, ist einfach sinnlos“, - betont I. Kulikauskienė die Bedeutung eines respektvollen Gesprächs.

Ein Berater, der Gesprächskultur lehrt, hebt einen häufig in Diskussionen verwendeten Satz hervor, der vermieden werden kann, indem er Meinungsverschiedenheiten vermeidet.

„Wenn wir während des Gesprächs nicht die Wendung ‚aber ich‘ verwenden, sondern beispielsweise sagen ‚Ich verstehe, dass Sie anderer Meinung sind, ich sage Ihnen, warum ich anders denke‘, würden wir dem Gesprächspartner das zeigen Wir wollen nicht nur unsere Meinung äußern, sondern auch respektieren, was er geäußert hat Das Wichtigste ist, zu hören, was der Gesprächspartner sagt, und sich nicht zu verschließen. Es ist wirklich nicht notwendig, die Meinung einer anderen Person zu übernehmen, aber Sie können sie akzeptieren und dann erklären, warum wir eine andere Meinung haben“, - I. Kulikauskienė teilt die Grundprinzipien der Diskussion.

Ziel der Diskussion sei es nicht, zu einer einheitlichen Meinung zu gelangen, sondern unterschiedliche Standpunkte anzustreben, um zu einem einheitlichen Ziel zu führen oder Möglichkeiten zu eröffnen, etwas über die Argumente einer anderen Person zu erfahren.

Sie sind eingeladen, die Debattenkultur beim Debattenfestival „Būtent!“ zu erleben.

2. und 3. September Bereits zum vierten Mal findet in Biršton das Debattierfestival „Būtent!“ statt. Das Festival bringt Bürger, Wirtschaft, Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen und Vertreter der Politik zusammen. Dabei handelt es sich um eine offene, unpolitische, kostenlose Veranstaltung, deren Zweck es ist, eine Gesprächs- und Zuhörkultur, Toleranz gegenüber unterschiedlichen Sichtweisen und bürgerschaftliches Engagement im Land zu fördern.

Arnas Marcinkus, einer der Organisatoren des Festivals, behauptet, dass die Diskussion keineswegs ein Ort für leeres Gerede sei, sondern ein gegenseitiger Fluss konstruktiver Gedanken.

„Diskussion, wie das Verstehen des anderen, erfordert Geschick. Nur wenn wir die wesentlichen Prinzipien der kulturellen Diskussion kennen, können wir ein höfliches Gespräch führen und selbst daran teilnehmen. Das Diskussionsfestival „Būtent!“ ist ein Ort für genau solche kulturellen Diskussionen, deshalb organisieren wir Schulungen für alle Moderatoren der Festivaldiskussionen, bei denen wir die Feinheiten des öffentlichen Redens und des Publikumsmanagements diskutieren werden. Beim Festival lassen wir uns von vier wesentlichen Prinzipien leiten: Offenheit für die Vielfalt der Meinungen, respektvolles Zuhören und Meinungsäußerung, aktive Teilnahme und Mitgestaltung sowie konstruktive Kritik. Und das Wort „Genau!“ spiegelt jenen Moment der Diskussion wieder, wenn die Diskussionsteilnehmer nach Darlegung ihrer Argumente zu einer gegenseitigen Einigung gelangen. Wir wollen, dass das Festival ein Ort dieses Konsenses wird“, sagt A. Marcinkus über das Festival.

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