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Mal- und Montageausstellung „Grass Hides Nothing“

ausstellungen
Kostenlos
Datum der Veranstaltung
2022-02-10 Zu 2022-03-12

über

Ich wurde 1965 in Vilnius geboren, habe 1988 meinen Abschluss an der Staatlichen Universität St. Petersburg in Russland gemacht und bin Philologin und Spezialistin für ungarische Sprache und Literatur. Ich arbeite seit vielen Jahren im Tourismus. Ich war immer „bei der Kunst“, aber ich habe vor 7 Jahren angefangen, selbst zu malen. Ich schöpfe Inspiration aus der Umgebung, dem Alltag, gehörten Gesprächen, gelesenen Büchern, angeschauten Filmen, Kindheitserinnerungen, Reiseeindrücken. Ich fotografiere selbst gerne und oft entsteht die Idee zu einem Bild beim Betrachten der von mir gemachten Fotos. Ich bewundere den tschechischen Künstler Jan Schwankmayer, den Argentinier Tomás Saracen, ich stehe teilweise der Steam-Punk-, Cyber-Punk-Kunst nahe.

Der vorgestellte Gemäldezyklus spricht über so weltdrängende Themen wie COVID-19, Klimawandel, Umweltfragen, Nachhaltigkeitsfragen. Wohin gehen wir, wie wird das alles enden? Nähert sich die Zivilisation, die wir kennen, ihrem Ende? Und was kommt als nächstes? Sind wir noch Menschen aus Blut und Fleisch oder schon Halbmaschinen, Androiden? Künstliche Zähne, Haare, Gelenke, Klappen, Gliedmaßen, Schläuche aus einem Reagenzglas – ist das schon ein Schritt in Richtung einer neuen Menschheit? Und wo sind die Grenzen? Nach dem Schneiden der Haut dringen die Muskeln immer tiefer ein - gibt es noch mehr Geheimnisse? Wer wird die Erde nach uns erben - Kreaturen, die an riesige Insekten erinnern, sind am besten geeignet
in eine sich verändernde Welt, die sich aber immer noch als Menschen bezeichnen? Was werden sie glauben, welche neuen Religionen werden die jetzigen ersetzen?
Werden Maske und Atemschutzmaske zur Alltagskleidung?

Wir sind von endlosen Dingen umgeben, wir sind zu einer Generation von Verbrauchern geworden. Wir kratzen gebrauchte unnötige Gegenstände einfach in den Behälter. Die Erde erstickt am Plastikmüll. Und hat ein Second-Hand-Objekt ein Recht auf eine „zweite Chance“ oder kann es als Kunstobjekt gelten? In den meisten meiner Arbeiten versuche ich, Dingen, Hausmüll, kaputten Geräten ein zweites Leben zu geben, ihre Existenz zu verlängern, indem ich sie in eine neue Dimension bringe, ihnen eine andere Bedeutung gebe, die sie ihren ursprünglichen Zweck vergessen und sie als Mittel betrachten lässt künstlerischer Ausdruck.

Meine Kreationen sind Reflexionen darüber, wo wir sind und wohin wir gehen. Es ist eine Gelegenheit, innezuhalten und mich für kurze Zeit in meiner Welt wiederzufinden, eine Gelegenheit, mir selbst in die Augen zu schauen und aus dem Spiegel zu schauen.